Sehenswürdigkeiten in Jena. Das Zeiss Planetarium, Botanischer Garten und weitere Highlights.

Zeiss Planetarium Jena

„Völlig losgehlöst, von der Erde, fliegt das Raumschiff, völlig schwerelos…“ Wer einmal im Leben das Major-Tom-Gefühl erleben möchte, das Peter Schilling in den 80ern so ohrwurmhaft besungen hat, der kann sich den Weg nach Cap Canaveral sparen und sollte einfach mal das Jenaer Planetarium besuchen. Das kostet weniger und ist deutlich weniger kräftezehrend. Und das Ergebnis ist dasselbe: man sieht Sterne, Sternbilder, Planeten, Monde, Kometen und andere kuriose Himmelsformationen, so wie man sie noch nie zuvor gesehen hat. Dazu lauscht man einer freundlichen Stimme aus dem Off, die lauter kluge und unterhaltsame Sachen über den Nachthimmel erzählt. Oder man lässt sich beim Gucken in den Nachthimmel von sphärischen Klängen berieseln.

 

Das Planetarium in Jena ist tatsächlich eine Institution und eins der touristischen Highlights. Und bei den meisten Touristen steht es ganz weit oben auf der To-Do-Liste und vermutlich gibt es auch keinen Bewohner der Stadt, der noch nie hier war. An manchen Tagen laufen hier acht verschiedene Programme und für jede Altersklasse und Interessensgruppe ist etwas dabei: märchenhafte Unterhaltung für die Kleinen und ganz Kleinen, Bildungsprogramm für die Wissbegierigen und Musikshows mit rasanten Lichteffekten für die Rock- und Pop-Fans.

Das halbkugelige Gebäude, das sich gleich neben dem Botanischen Garten befindet, ist übrigens weltweit das betriebsälteste Planetarium. Im Jahr 2026 feiert es seinen 100. Geburtstag.

Unser Tipp: Nach der Vorstellung gleich noch im Restaurant Bauersfeld einkehren. Da erwartet einen bodenständige, dennoch pfiffige Küche und ein edles, aber unaufgeregtes Ambiente! Oder man genießt in der Kaffeebar Ella direkt gegenüber Kaffee, Kuchen und Kugeleis.

 

Unser Highlight: Mondscheindinner unterm Himmelszelt (85 oder 99 Euro – je nach Wochentag)

Programmpreise: zw. 6,50 Euro und 12 Euro

Lage: Am Planetarium 5, 07743 Jena

Tel.: 03641-885488  

Homepage: www.planetarium-jena.de

Landgrafen

Wer einmal die komplette Schönheit von Jena erfassen möchte, wie es sich ins Tal der kalkigen Hänge und grünen Berge schmiegt und von der Saale durchplätschert wird, der kommt an einem Aufstieg zum 281 Meter hoch gelegenen Landgraf eigentlich nicht vorbei. Von dem Plateau des Berges, der mal als Landgraf, als Landgrafen oder als Landgrafenberg bezeichnet wird, hat man wirklich den hinreißendsten Blick auf Jena und das Saaletal. Zu 100 Prozent Postkartentauglich. Nicht umsonst wird der Berg auch gern als „Balkon von Jena“ bezeichnet.

Wer einmal den Weg nach oben auf sich genommen hat, kann die Aussicht auf drei verschiedene Art und Weisen genießen: Von einer der zahlreichen Bänke aus, vom Aussichtssturm oder von der Terrasse des sehr zu empfehlenden Restaurants „Landgrafen“.

Auf den Berg kommt man ebenfalls auf mehreren Wegen: entweder man startet beim Philosophenweg und erklimmt die über 300 Stufen, die hoch zum Berg führen. Oder man wandert den Dornbluthweg oder den Steiger entlang. Die Lauffaulen können natürlich auch hoch fahren, denn einen Parkplatz gibt es da oben auch.

Neben der fabelhaften Aussicht erwarten die Besucher auf dem Plateau eine Vielzahl gepflegter Wanderwege, ein Spielplatz, ein Trimm-Dich-Pfad und ein Kleinsportfeld mit Streetballkorb und Volleyball-Feld. Gehegt und gepflegt wird das gesamte Areal seit über 50 Jahren vom gemeinnützigen Verein „Berggemeinschaft Landgrafen“.


Unser Highlight: Mit einem Gläschen gutem Wein auf der Terrasse des „Landgrafen“-Lokals sitzen und der Abendsonne beim Untergehen zusehen.

Öffnungszeiten des Aussichtsturms: täglich, 13 bis 18 Uhr (bei geeignetem Wetter)

Lage: Steiger / Landgrafenstieg, 07743 Jena

Tel.: 03641-44 73 63 (Berggemeinschaft Landgrafen e.V.)

Homepage: https://www.landgrafenverein-jena.de/

Botanischer Garten

Ihr wolltet schon immer einmal wissen, wie ein stacheliger Schwiegermutterstuhl aussieht, was streifenköpfige Bartagemen sind, ob fleischfressende Pflanzen wirklich Fleisch fressen oder wie sich der Gesang von pfeifenden Fröschen anhört…?  Dann ab die Post in den Botanischen Garten in Jena. Hier werden all diese Wissenslücken gefüllt.

Mitten im Herzen von Jena, zwischen Unibibliothek, Planetarium und Stadtkern befindet sich die 4,5 Hektar große „grüne Lunge“ der Stadt, die etwa 12.000 verschiedene Pflanzenarten aus aller Welt beherbergt und dazu noch einige Kleintiere.

Ein Teil der Pflanzen wächst im parkähnlich angelegten wunderschönen Außengelände – dazu gehört auch der über 200 Jahre alte Gingko-Baum, den einst J.W. Goethe hat pflanzen lassen – , andere gedeihen in einem der fünf klimatisierten riesigen Gewächshäuser. Highlight ist sicher das Victoriahaus, das der südamerikanischen Riesenseerose Victoria seinen Namen zu verdanken hat. Neben einer tropischen Blütenpracht, kann man in dem schwül-warmen Glashaus auch Piranhas beobachten, die unter den Seerosen umher schwimmen und von April bis Oktober wird man von unzähligen Schmetterlingen aller Couleur umflattert... Ein kleines Stück Brasilianischer Regenwald mitten in Thüringen.

Ein Besuch im Botanischen Garten, der übrigens der zweitälteste in Deutschland ist (nach dem in Leipzig) lohnt zu jeder Jahreszeit. Im Winter zaubert man sich hier in den warmen Gewächshäusern ein kleines Sommer-Urlaubs-Gefühl. Im Sommer spenden die unzähligen Bäume im Park wohltuenden Schatten.

Nach dem Spaziergang durch diese grüne Oase, wenn der kleine Hunger sich breit gemacht hat, bietet sich ein Besuch im „Café Immergrün“, das genau gegenüber vom Botanischen Garten liegt,  geradezu an.

 

Unsere Highlights: Einmal im Jahr finden hier die Pflanzen-Raritäten-Börse und das Sommerfest der Universität statt

Eintrittspreise: zw. 1,50 Euro und 4 Euro

Öffnungszeiten:  Ganzjährig und täglich, 01.04. bis 31.10., 10.00 - 19.00 Uhr; 01.11. bis 31.03.,  10.00 - 18.00 Uhr

Lage: Fürstengraben 26, 07743 Jena

Tel.: 03641-949274   

Homepage: www.botanischergarten.uni-jena.de

Phyletisches Museum

Ein illuminiertes Quallenaquarium, ein skelettiertet Wal, ein Elefanten-Embryo, eine präparierte japanische Riesenkrabbe und ein Ochsenskelett, das niemand Geringeres als J.W. Goethe im 18. Jahrhundert wissenschaftlich untersucht hat... Das Phyletische Museum in Jena bietet allerlei tierische Highlights und vermittelt dabei unheimlich viele spannende Informationen über die Stammesgeschichte und Evolutionsforschung. Etwa 500.000 Ausstellungsstücke umfasst die einzigartige Sammlung, die jedes Jahr von etwa 17.000 Besuchern betrachtet werden.

Gegründet wurde das Phyletische Museum 1907 von Ernst Haeckel, der auch den Begriff der Phylogenese (= Stammesforschung) prägte. Ein Jahr später übergab er das Haus und die enthaltene Sammlung, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, der Stadt Jena. Heute ist das Phyletische Museum Teil des Instituts für Zoologie und Evolutionsforschung.

Zu sehen bekommen die Besucher kleine und große Vertreter des gesamten Tierreichs, die noch leben oder bereits ausgestorben sind. Daneben gibt es die Themensäle 'Evolution' und 'Menschwerdung' sowie wechselnde Sonderausstellungen.

Aber das Museum ist nicht nur innen einen Blick wert, auch von außen lohnt es, in Ruhe betrachtet zu werden. Architekt des wunderschönen Jugendstil-Gebäudes, das heute ein Kulturdenkmal ist, war Carl Dittmar, der das Haus nach den Vorstellungen von Ernst Haeckel konstruierte. Die komplette Fassade wurde 2007/2008 originalgetreu saniert – inklusive dem Lebensbaum-Bildnis zwischen den oberen beiden Fenstern. Der Platz vor dem Museum wurde 2011/12 vollständig erneuert und mit einem Brunnen und Bänken versehen. Heute zählt der kleine Platz, der direkt gegenüber vom Paradies-Park liegt, zu den hübschesten der Stadt.

Kleiner Tipp: Immer mal die Homepage bzw. Facebook-Seite des Museums im Blick checken. Dort wird man über wechselnde Kunstausstellungen im Haus informiert und über außergewöhnliche Events, wie Yoga-Sessions im Museum.

 

Unser Highlight: Die erschwinglichen Eintrittspreise: Viele Eindrücke, für kleines Geld.

Eintrittspreis: 2,50 Euro (Erwachsene), 1,50 Euro (Kinder ab 6 Jahren), freier Eintritt (Kinder unter 6 Jahren)

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9 bis 13 Uhr, 14 bis 17 Uhr
Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen: 10 bis 16 Uhr 

Lage: Vor dem Neutor 1, 07743 Jena

Tel.: 03641-949180   

Homepage: http://phyletisches-museum.de

Kirche Sankt Michael

Einige Sehenswürdigkeiten, so wie der JenTower prägt auch die Stadtkirche St.Michael das Bild von Jena immens. Nur dass das protestantische Gotteshaus schon ein paar Jahrhunderte mehr auf dem Buckel hat. Die Kirche wurde im Zeitraum vom Ende des 14. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet und ist damit die Älteste in Thüringen.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Restaurierungsarbeiten zogen sich über mehrere Jahrzehnte hin – u.a. erhielt der Turm erst 2000 wieder ein originalgetreues Renaissance-Haubendach – und wurden erst 2014 mit der Fertigstellung des wunderschönen reich verzierten Brautportals vollendet.

Ihren Namen verdankt die spätgotische Pfarrkirche dem Erzengel Michael, der auch der Schutzpatron der Stadt Jena ist. Im Inneren der Kirche zeigt eine etwa ein Meter hohe Holzplastik den Heiligen – mit erhobenem Schwert in der Hand und getötetem Drachen. Die Plastik gilt als sehr wertvoll, stammt sie doch aus dem 13. Jahrhundert und hatte schon in der spätromanischen Vorgängerkirche ihren festen Platz.

Ein weiteres Kleinod in der Kirche ist die Original-Grabplatte von Martin Luther, die sein überlebensgroßes Abbild zeigt. Von Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen (= Hanfried) war sie gleich nach dem Tod des Reformators 1546 in Auftrag gegeben und eigentlich für die Wittenberger Schlosskirche bestimmt worden. Das in Erfurt gefertigte Kunstwerk, das von Lucas Cranach d.Ä. entworfen wurde, gelangte durch die Wirren des Schmalkadischen Krieges jedoch nie an seinen Bestimmungsort und kam stattdessen 1571 als Schenkung für die Universität nach Jena. In der Stadtkirche sollte sie ursprünglich nur temporär bleiben. Nun ist sie immer noch hier und lockt bis heute viele Besucher. Völlig fehl am Platz ist sie in Jena übrigens nicht, denn Martin Luther war der Stadt stark verbunden. Zwischen 1522 und 1537 war er mindestens elf Mal in Jena und hielt in der St. Michael Kirche feurige Predigten.

 

Unser Highlight: Jeden Mittwoch finden hier ab 20 Uhr Orgelkonzerte mit verschiedenen Organisten statt

Öffnungszeiten:  Montag bis Samstag: 10 bis 17 Uhr, Sonntag: 10 bis 11 Uhr Gottesdienst, danach bis 17 Uhr für Besucher geöffnet

Lage: Kirchplatz 1, 07743 Jena

Tel.: 03641-4716647 (Gemeindebüro), 03641-498050 (Jena Tourist-Information)

Homepage: https://stadtkirche-jena.de/

Aussichtsplattform Jentower

Man nennt ihn JenTower, Keksrolle, Uniturm, Penis Jenensis – oder schlicht „Turm“. In jedem Fall ist er unübersehbar. Mit 159,60 Meter (Antenne inklusive) ist der JenTower nicht nur das höchste Bürogebäude von Jena, sondern sogar von ganz Ostdeutschland (vor dem City-Hochhaus in Leipzig mit 156 Metern). Logisch, das man von hier oben den großartigsten Panoramablick über die ganze Stadt und die angrenzende Region hat. Deshalb gibt es vermutlich auch kaum einen Bewohner und Besucher der Stadt, der noch nie auf der Aussichtsplattform  im 28. Stockwerk war und seinen Blick hat bis zu den Kernbergen, den Sonnenbergen, den Hausberg, den Jenzig und über das Saaleufer hat schweifen lassen.

Designt wurde das markante Gebäude, das an ein Fernrohr erinnern soll, vom Stararchitekten der DDR, Herrmann Henselmann. 1970 begann man mit dem Bau, 1972 war das Gebäude bezugsfertig. Vorgesehen war es eigentlich für die Carl Zeiss-Betriebe, die fanden jedoch am Ende keine Verwendung mehr dafür und so ging es an die Universität über. Zwischen 1999 und 2000 wurde der Turm vollständig saniert, seither beherbergt er vor allem Büros diverser Unternehmen, u.a. von Intershop.

Im 28. Stockwerk befindet sich eines der spektakulärsten Restaurants der ganzen Region: das Feinschmecker-Lokal Scala. Hier werden nicht nur die Augen durch den Ausblick verwöhnt,  Chefkoch Christian Hempfe sorgt mit seiner kulinarischen Kunst auch für zahlreiche Gaumenfreuden.

Seit 2012 müssen Gäste nach ihrem Restaurantbesuch nicht mehr den Heimweg antreten oder ihr Hotel ansteuern, sie können ihr müdes Haupt gleich eine Etage unter dem Restaurant betten. Denn in dem Jahr öffnete das Scala-Hotel seine Pforten. Highlights des am zweithöchsten gelegenen Hotels Deutschlands sind die verglasten Duschkabinen bzw. die freistehenden Badewannen dicht am Fenster, von denen man beim Planschen einen grandiosen Blick über die Stadt genießen kann.

 

Unser Highlight: Der Besuch auf dem Turm zur blauen Stunde

Eintrittspreis für die Aussichtsplattform: 4,50 Euro (Kinder bis 10 Jahre kostenfrei)

Öffnungszeiten: täglich 10.00 bis 22.00 Uhr 

Lage: Leutragraben 1, 07743 Jena

Tel.: 03641-208000   

Homepage: https://jentower.de/ , www.scala-jena.de

Rathaus mit Schnapphans

Zu den hübschesten Häusern am Markt gehört sicher das Jenaer Rathaus. Erstmals erwähnt wurde es bereits 1365 und damit gehört es zu den ältesten noch erhaltenen Rathäusern Deutschlands. Und nicht nur das: es zeichnet sich gleich durch mehrere Besonderheiten aus, die jeden Touristen gern zur Kamera greifen lassen. Das Gebäude verfügt nämlich über zwei identische spitz zulaufende Walmdächer, die wie Zwillinge auf dem Gebäude thronen. Zwischen beiden Dächern ragt ein barockes achtseitiges Türmchen in die Höhe, das in der Spitze eine kunstvolle Uhr beherbergt. Und die wiederum ist das Zuhause vom legendären „Schnapphans“.

Zu jeder vollen Stunde schnappt der Schnapphans mit weit geöffnetem Mund nach einer goldenen Kugel, die ein Pilger an einem Stab hält, der links von der Uhr auf einem Sockel steht. Die Kugel soll, laut Legende, einen der berühmten Thüringer Klöße darstellen. Und die besagt auch, dass Jena unterginge, wenn der Schnapphans eines Tages die Kugel zu fassen bekäme. Rechts der Uhr befindet sich außerdem ein Engel, der eine Glocke in den Händen hält. Diese Figur bewegt sich zu jedem Viertelstundenschlag.

Der kleine Schnapphans-Holzkopf besteht aus koloriertem Eichenholz und wurde etwa um 1500 gefertigt. Allerdings befindet sich am Rathausturm heute nur noch eine Kopie. Das Original kann man im Stadtmuseum schräg gegenüber vom Rathaus betrachten und erfährt dort noch mehr Spannendes über den Narren Hans von Jena, der in Luthers Schriften als Hans von Jene beschrieben wurde. Er sei ein Narr am Hofe gewesen und bekannt dafür gewesen, Dinge auszusprechen, die sich andere nie trauen würden zu sagen.

Neben sechs anderen Wahrzeichen der Stadt, gehört der Schnapphans zu den „Sieben Wundern von Jena“. Fünf von ihnen sind bis heute erhalten. Alle Infos dazu erfährt man im Stadtmuseum.

 

Unser Highlight: Das Spiel der Turmbläser zur Zeit des Weihnachtsmarkts im Rathausturm, täglich, 17 Uhr.

Lage: Markt 1, 07743 Jena

Tel.: 03641-498050 (Jena Tourist-Information)

Homepage: https://www.visit-jena.de/sehen-und-erleben/sehenswuerdigkeiten/historisches-rathaus/

Die Lobdeburg

Da droben auf jenem Berge,

Da steht ein altes Schloß,

Wo hinter Toren und Türen

Sonst lauerten Ritter und Roß…

So poetisch beginnt das 13-strophige Gedicht „Bergschloss“ von niemand Geringerem als J.W. Goethe, mit dem er im Jahr 1802 der Lobdeburg huldigte, die auf einem Bergsporn der Wöllmisse thront. Zwischen 1802 und 1808 weilte der Dichterfürst immer mal wieder bei einer befreundeten Familie in Drackendorf, einem Ort, der zu Füßen der Burganlage liegt. Und nach einem Spaziergang hoch zur Lobdeburg, flossen diese Verse aus seiner Feder.

Aber nicht nur Goethe war verzaubert von der mittelalterlichen Burgruine, die einst zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken Thüringens zählte und die bereits 1166 erstmals urkundlich erwähnt. Bis heute zieht der magisch wirkende Ort viele Wanderer und Besucher an. Zum einen wegen der Geschichte, die sich hinter den Mauerresten verbirgt. Und zum anderen wegen des phänomenalen Ausblicks auf die Stadt und das mittlere Saaletal. Bei guter Sicht kann man sogar bis hinüber zur Leuchtenburg schauen.

Dem Erhalt der Lobdeburg-Ruine hat sich der Verein Lobdeburg Gemeinde e.V. verschrieben, der sich bereits 1912 gegründete und seither um die Absicherung und Pflege der Anlage kümmert.

Zu erreichen ist die Lobdeburg von Alt-Lobeda oder von Drackendorf aus. Ein paar Meter unterhalb der Lobedeburg befindet sich die Lobdeburgklause samt gemütlichem Biergarten. Hier können Besucher, neben einem Spitzenpanoramablick, beste regional-bodenständige Küche genießen. Für die Fußlahmen befindet sich direkt bei der Klause auch ein Parkplatz.


Unser Highlight:

Lage: Lobdeburgweg, 07747 Jena

Tel.: 03641- 396595  (Lobdeburg Gemeinde e.V.)

Homepage: www.lobdeburg.de

Hanfried Denkmal Marktplatz

Zu den beliebtesten Fotomotiven von Jena gehört sicher der beleibte Hanfried, der mitten auf dem Marktplatz thront und gleichzeitig Gemütlichkeit, Sicherheit und Weisheit ausstrahlt. Die Bronzefigur zeigt Johann Friedrich I. von Sachsen, der auch als Friedrich der Großmütige bekannt wurde. In Jena nennt man ihn kurz und liebevoll: Hanfried.

Das Denkmal schmückt den Markt seit 1858, dem Jahr als die Universität ihr dreihundertjähriges Jubiläum feierte. Denn Hanfried war es, der 1558 die Gründung einer „Hohen Schule“ in Jena veranlasste, die dann im Jahr 1577 zur Universität wurde. Der Entwurf der Statue stammte vom Bildhauer Friedrich Drake, einem bekannten Vertreter der Berliner Bildhauerschule, der auch die Viktoria auf der Berliner Siegessäule schuf. Der Preis der Hanfried-Figur lag damals bei 12.000 Reichstalern.

Seit vielen Jahren ist es in Jena Brauch, das frisch promovierte Studenten einen Blumenkranz über das Schwert, das Hanfried in seiner rechten Hand hält, werfen. Den wenigsten gelingt der Wurf allerdings. Wirklich glücklich ist die Stadt auch nicht über dieses Ritual, da die Pflanzen und der Draht des Kranzens dem Denkmal eher schaden, als dass es dieses nachhaltig schmücken.

Einen Blick auf den eher fülligen Hanfried, der dem guten Essen offenbar nicht abgeneigt war, erhascht man übrigens von allen Lokalen, die am Markt angesiedelt sind. Da schmecken die Roulade oder die Pizza gleich doppelt so gut.

Kleiner Fun-Fact am Rande: 1993 gründeten sich die „Jenaer Hanfrieds“, ein American-Football-Verein, der in der Regionalliga Ost mitmischt.

 

Unser Highlight: Um sich in Jena mit jemandem zu treffen, ist der Hanfried die beste Anlaufstelle. Er liegt total zentral und ist nicht zu übersehen.

Lage: Markt, 07743 Jena

Tel.: 03641-498050 (Jena Tourist-Information)

Homepage: https://www.jenakultur.de/de/aufgaben_und_service/denkmal-_und_kulturfoerderung/hanfried_denkmal/605866

Telefonnummer: 036415343330

© 2019 by jenaparadies
Proudly created with Wix.com